Das Verschlüsseln von Partitionen (Systempartition sowie z.B. Homepartition) empfinde ich als sehr nützlich. Vor allem bei Laptops braucht man sich so keine Gedanken zu machen, dass jemand an sensible Daten kommt, wenn das Gerät gestohlen wird oder verloren geht.
Doch auch bei Dekstop PC’s gibt es einige gute Gründe, Verschlüsselung einzusetzen:
Bekommen andere Leute (z.B. Mitbewohner einer WG) Zugriff auf die Hardware, so kann man leicht an sämtliche Daten der Festplatte(n) gelangen. Über entsprechende Bootparameter, eine Knoppix CD oder (falls beide Fälle unterbunden sind) letztendlich immer durch den Ausbau der Festplatte. (In einen anderen PC eingebaut bringen sämtliche anderen Sicherheitsvorkehrungen nichts.) Das einzige was die Daten dann noch schützt ist Verschlüsselung.
Sicheres Löschen von Daten auf der Festplatte ist nur durch Überschreiben der Daten möglich, denn normale Löschbefehle markieren die Datei nur als gelöscht im Dateisystem. Selbst dann kann man nie 100% sicher gehen, dass die Daten nicht wieder herstellbar sind. Durch Journals und aufgrund gewisser Eigenschaften von Festplatten (Sektoren können als defekt markiert werden undwerden somit auch beim Überschreiben nicht mehr berücksichtigt) können theoretisch Fragmente oder ganze Dateien wieder hergestellt werden. Verschlüsselung ist auch hier das sicherste Mittel. (Übrigens reicht nach einer Studie von Craig Wright, Dave Kleiman und Shyaam Sundhar einmaliges Überschreiben der Daten zum ziemlich sicheren Löschen. Siehe auch: Heise Security – Sicheres Löschen: Einmal überschreiben genügt)
Gerade bei Flashspeicher (USB-Sticks, Solid State Disks) ist das häufige Überschreiben nicht möglich, da sie aufgrund der begrenzten Wiederbeschreibbarkeit intern immer andere Blöcke beschreiben um alle Blöcke gleichmäßig zu nutzen (und das kann nicht vom Betriebssystem, Treibern oder sonstwie beeinflusst werden). Deswegen müsste man schon das komplette Gerät mit Zufallswerten überschreiben. Das würde sich natürlich negativ auf die Lebensdauer auswirken.
Daher rate ich jedem, zumindest seine Homepartition sowie sensible Daten auf Flashspeichern zu verschlüsseln (z.B. mit Jafe).
Unter Debian und Ubuntu (alternate CD) kann man bei der Installation bereits angeben, welche Partitionen verschlüsselt werden sollen (bei der Partitionierung die LVM-Verschlüsselungsoptionen auswählen).
Eine sehr schöne Anleitung um Partitionen (inklusive SWAP) auch nachträglich zu verschlüsseln findet man bei Ubuntuusers. Das ist auch bei spezielleren Wünschen eine gute Wahl.
Leider ist danach ein Suspend-to-Disk nicht mehr möglich, da der Schlüssel ja irgendwo im Klartext gespeichert sein muss. Dies ist der RAM. Nach einem Suspend-to-Disk ist der RAM jedoch leer und das System kann nicht mehr entschlüsselt werden. Abhilfe schafft eine Anleitung des CCC Köln. Hier wird der Schlüssel auf einen USB-Stick gespeichert, so dass nach einem Suspend-to-Disk der Schlüssel von dort genommen werden kann.